RoHS steht für Restriction of Hazardous Substances (Beschränkung gefährlicher Stoffe) und beeinflusst die gesamte Elektronikindustrie weltweit. Dieser Artikel befasst sich mit den Folgen dieser Gesetzgebung, die seit 2006 auf dem europäischen Markt in Kraft sind.
Inhalt
| Schadstoff | Maximale Konzentration |
| Blei (Pb) | < 1000 ppm |
| Quecksilber (Hg) | < 100 ppm |
| Kadmium (Cd) | < 100 ppm |
| Hexavalentes Chrom (Cr VI) | < 1000 ppm |
| Polybromierte Biphenyle (PBB) | < 1000 ppm |
| Polybromierte Diphenylether (PBDE) | < 1000 ppm |
| Bis(2-Ethylhexyl)phthalat (DEHP) | < 1000 ppm |
| Benzylbutylphthalat (BBP) | < 1000 ppm |
| Dibutylphthalat (DBP) | < 1000 ppm |
| Diisobutylphthalat (DIBP) | < 1000 ppm |
Geschichte
ROHS stammt aus dem Jahr 2002, als in der EU mit der Richtlinie 2002/95/EG beschlossen wurde, dass insgesamt 6 schädliche Stoffe aus den auf dem Markt befindlichen Produkten entfernt werden müssen. Bei den betreffenden Produkten handelt es sich um alle elektronischen Komponenten, Teile und vollständigen Produkte. Diese Richtlinie sollte in erster Linie sicherstellen, dass bei der Herstellung und Entsorgung von Geräten keine schädlichen Stoffe in den Prozess gelangen. Die Richtlinie trat im Jahr 2006 in Kraft.
Wozu dient die Richtlinie für diese Stoffe?
Die Gesetzgebung soll gesetzlich festlegen, dass bestimmte Dinge wohl oder nicht getan werden dürfen. Diese Gesetzgebung ist notwendig, da die Anzahl von Produkten mit elektronischen Komponenten seit Beginn des 20. Jahrhunderts enorm gestiegen ist. In diesen Produkten wurden Stoffe in großen Mengen verwendet, deren schädliche Auswirkungen noch nicht ausreichend erforscht waren. Später stellte sich heraus, dass einige dieser Stoffe schädlich sind und nicht verwendet werden sollten. Dazu gehören verschiedene Stoffe, die beispielsweise bei der Herstellung von Lampen, Kühlschränken und anderen Produkten zum Einsatz kamen. Einer der Stoffe, die in die ROHS-Verordnung aufgenommen wurden, ist Blei. Blei ist wasserlöslich und gelangt, wenn es weggeworfen wird, letztendlich in unser Grundwasser. Aus diesem Grund, aber auch aus anderen gesundheitlichen Gründen, wurde dieses Produkt aus dem Elektronikhandel verbannt.
RoHS 2
Mit der RoHS 2 wurde die Richtlinie für eine CE-Kennzeichnung verbindlich. Das bedeutet, dass die RoHS-Kennzeichnung auf Produkten mit einem CE-Zeichen nicht mehr notwendig ist. Mit der Einführung der Richtlinie gab es nun auch andere Produkte, die der Anforderung entsprechen mussten, darunter zum Beispiel Kabel und anderes Zubehör. Die RoHS 2 wurde im Jahr 2013 eingeführt.
Bleifrei
Aufgrund der RoHS-Richtlinie musste die gesamte Elektronik aus bleifreiem Lot hergestellt werden. Dies war ein Wendepunkt in der Welt der Elektronik. Alle Hersteller mussten ihre Produktion anpassen, um diese Auflage zu erfüllen, oder sie wurden wegen „Nichterfüllung“ bestraft. Dies konnte verschiedene Folgen haben, z. B. ein Handelsverbot. Für den einfachen Verbraucher, der einfach nur ein Hobby betreiben will, finden sich in den Richtlinien keine Anhaltspunkte. Aus diesem Grund ist die Verwendung von bleihaltigem Zinn in eigenen Projekten und in allen Geräten, die nicht für den Verkauf bestimmt sind, weiterhin erlaubt. Auch dies wird häufig verwendet.
Die Unterschiede zwischen bleihaltig und bleifrei
Bleihaltiges Lötzinn war schon immer einfacher in der Handhabung. Es hat gegenüber bleifreien Produkten einige Vorteile, aber auch eine Reihe von Nachteilen. Einer der Vorteile ist die niedrigere Schmelztemperatur. Das bedeutet, dass der Lötkolben weniger Leistung zum Schmelzen benötigt. Aus diesem Grund empfehlen wir bei bleifreiem Lötzinn immer die Verwendung einer Lötstation mit aktiver Spitze. Es geht natürlich auch ohne, aber mit bleifreiem Lot ist es viel einfacher.
Abgesehen davon sieht auch das Ergebnis bei einer guten Lötung anders aus. Bleihaltiges Zinn glänzt, wenn es fest ist, bleifreies Zinn ist stumpf. Daran ist es relativ leicht zu erkennen.
Bleihaltiges und bleifreies Zinn vermischen sich nur schlecht, deshalb sollte man darauf achten, bei der Produktreparatur die gleiche Zinnsorte zu verwenden.
Weitere Unterschiede sind in dem Artikel über Rauchabsaugung in unserem Wissenszentrum beschrieben.
Schlussfolgerung
Für die Umwelt sind die Vorschriften nach RoHS und RoHS 2 eine gute Entwicklung. Die Produkte enthalten weniger Schwermetalle, die das Grundwasser und die restliche Umwelt verschmutzen. Für den Verbraucher ändert sich nichts, außer dass bei der Herstellung der von ihm verwendeten Elektronik weniger schädliche Stoffe verwendet werden.